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Alltag (2) Gedanken (1)

Dienstag, 2. Mai 2017

Du bist so stark...

Ein Satz, den ich immer mal wieder zu hören bekomme.
Von meiner Vorgesetzten, wenn ich zum wiederholten Male die Arbeit von 3 Leuten gemacht habe.
Von einer Kollegin, die nicht verstehen kann, wie man über 10 Jahre lang als Frau alleine leben kann.
Von einer Freundin, die meine Geschichte kennt, und die weiß, was ich erlebt habe.


Und ist stehe dann da, und denke mir so...
Du hast keine Ahnung. Echt nicht.


In mir drinnen fühle ich mich nicht stark. Gar nicht. Im Gegenteil.
Ich bin unsicher, verstecke meine Unsicherheit aber scheinbar sehr geschickt.
Im Inneren bin oftmals am weinen, aber von außen wirke ich stark und lache.
Und abends, wenn ich im Bett liege und zur Ruhe komme, dann denke ich viel nach und die Tränen fließen. Doch morgens stehe ich wieder mit einem Lächeln auf, damit niemand bemerkt, wie es mir überhaupt geht.


Dabei muss ich sagen, dass es mir nicht schlecht geht. Eigentlich. Ich habe einen Job, ein Dach über dem Kopf, kann meine Rechnungen bezahlen und habe jeden Tag etwas zu Essen auf dem Tisch. Ich bin seit 10 Jahren Single. Und es ist n Ordnung. Ich fühle mich frei und ungebunden.
Aber manchmal fehlt dann doch etwas oder jemand in meinem Leben. Wenn der Arbeitstag hart war, und man es niemandem erzählen kann. Oder wenn etwas Schönes passiert, das man nicht sofort mit jemandem teilen kann.
Und manchmal fehlen mir natürlich auch die Berührungen eines anderen Menschen.

Manchmal denke ich, dass vieles einfacher wäre, wenn ich nicht alleine wäre. Und dann steigt Einsamkeit in mir auf, und ich fühle mich klein und verletzlich. Und dann weine ich mich manchmal in den Schlaf.

Aber dann geht die Sonne wieder auf. Ein neuer Tag fängt an. Natürlich unterscheidet dieser sich nicht im Geringsten vom vorherigen.... aber er fühlt sich anders an. Und ich fühle mich zuversichtlich und zufrieden.

Ich lebe einfach mein Leben. Mit allen Höhen und Tiefen, die es für mich bereithält.
Das hat aber nichts mit Stärke zu tun.
Das ist einfach Leben.

Montag, 20. Februar 2017

Schlaflos

Uff, eigentlich hatte ich gehofft, dass dieses Problem mit meinem Jobwechsel auch erledigt wäre...
Mitnichten.
Ich hasse Nächte, wie die vergangene.
Da gehe ich ins Bett - und das zu einer Zeit, die andere Schmunzeln läßt (was aber daran liegt, dass ich jeden Morgen um 5:00 Uhr aufstehen muss, und ich werde unausstehlich, wenn ich nicht zumindest 7 Stunden geschlafen habe. 6 Stunden sind die Schmerzgrenze - und zwar die absolute. Und mehr als 2 oder maximal 3 Nächte mit nur 6 Stunden Schlaf sind keine gute Idee, wenn ich an Tag 4 noch Leistung bringen soll. ...
Aber ich schweife ab.

Ich also relativ früh ins Bett. Um 22:00 Uhr bettfein gemacht, um 22:20 Uhr schließlich tatsächlich im Bett und alles ist dunkel und still. Tja, nur dann ging es los.
Ich konnte einfach keine Position finden, in der ich mich richtig wohl gefühlt hätte. Und als ich nach gefühlt ewigem hin-, und herwälzen endlich eine Position gefunden hatte, stand ich vor einem neuen Problem.
Zugedeckt war mir einfach viel zu warm. Ohne Decke viel zu kalt. Also (nicht lachen) erstmal beide Beine aus der Decke raus. Nicht gut, weil kalt. Ein Bein..., nope, immer noch zu warm. Also ein Bein und ein Arm raus. Ja, das paßt.

Inzwischen war es kurz nach 23:00 Uhr. Und ich ein wenig unleidlich. Dann kam das kleine Katerkind zum Schmusen. Das ist ok, das beruhigt mich in der Regel auch. (Er ist 8 Monate alt, aber aus irgendeinem Grund kommt er jeden Abend an meinem Hals nuckeln. Keine Ahnung warum, er war lange bei seiner Mama... aber er braucht das - und ich finde es total süß).
Nur ist es leider so, dass auch Katerkind keine Position findet, die ihm behagt, und deshalb wild milchtretend, und mich vollsabbernd herumrutscht. Schließlich gibt er auf, und trollt sich.

Ich döse ein,aber nur um recht bald wieder vollkommen wach zu sein... Es ist 00:09 Uhr, und die Natur ruft. Grummelnd also raus aus dem Bett, und nach ein paar Minuten wieder zurück. Der letzte Blick auf die Uhr - schon schwer entnervt (ja, ich weiß, das macht es nicht besser...) kurz vor 1:00 Uhr morgens.
Und ich weiß..., in knapp 4 Stunden läutet mein Wecker, und ein neuer Tag beginnt.

Ich werde wach. Es ist stockdunkel und still... und denke mir so. "Ach, du hast sicher noch zumindest 1 oder 2 Stunden..." In diesem Moment springt der Wecker an, und alles was ich mir noch denke ist: BÄÄÄÄÄÄH!

4 Stunden sind definitiv zu wenig. Und so hänge ich heute ziemlich in den Seilen. Wie gut, dass ich nun alleine für eine Abteilung zuständig bin, dass über das Wochenende massiv Arbeit angefallen ist, und das Telefon fast permanent klingelt. Oder kommt mir alles nur so fies vor, weil ich selbst so unrund laufe?

Was habe ich mich darauf gefreut, nach Hause zu kommen. Mein Plan. Richtig früh ins Bett. Also eigentlich wollte ich ja jetzt schon im Bett eingekuschelt sein.
Aber... Pustekuchen!
Irgenjemand im Haus hat befunden, dass heute der ideale Tag ist, um mit einer Renovierung zu beginnen. Zumindest denke ich das, denn es wird gehämmert und gebohrt, und dazwischen läuft eine Maschine, die ich nicht zuordnen kann. Ein Heulen und Sirren, das über die Wände zu mir hochgetragen wird.
Jetzt bleibt mir nur zu hoffen, dass wer auch immer, sich um 22:00 Uhr an die Hausordnung erinnert, und es für heute gut sein läßt... dann würden mir noch 7 Stunden dringend benötigte Nachtruhe winken.

In diesem Sinne:
Gute Nacht!

Days Of The Week Comments
Magickal Graphics

Sonntag, 19. Februar 2017

Ich, die Eremitin

Days Of The Week CommentsDer Alltag in einer Großstadt ist hektisch.
Ich mag Hektik nicht. Allerdings läßt sie sich in manchen Lebenslagen einfac nicht vermeiden. 
Im Job zum Beispiel... Ich arbeite ja in einem Krankenhaus, und die meisten Patienten würden es nicht gutheißen, wenn die Trulla im Sekretariat ewig braucht, um einen Brief zu schreiben, eine Bewilligung zu faxen, oder um etwas anders zu erledigen, das just jetzt und auf der Stelle geschehen soll. 

Hier kann man also schon mal nichts an Ruhe rausholen, auch wenn man natürlich alles geordnet und dadurch strukturiert abarbeiten kann. 
In der Stadt unterwegs sein... am Besten noch zur Stoßzeit. Alles andere als entspannend. Gefühle Millionen von Menschen unterwegs - und natürlich alle just in dem Bus, der Bahn, oder dem Zug, den man selbst gerade frequentieren muss. Böse Gesichter, Gemotze, Kindergeschrei - und die Gerüche, denen man allenorts ausgesetzt ist. Bäh!

Die letzten beiden Jahre waren für mich nicht einfach. Große Veränderungen im Job, Stress, Unruhe. Verluste im familiären Bereich. Ich fühlte mich immer energieloser und ohne Antrieb. Es wurde mir einfach alles zu viel. Und viele Dinge, die ich gerne machen wollte, gingen in diesem Gefühl einfach unter.
Ich liebe meinen Job. Ich liebe meine Freunde und meine Familie - und doch wollte ich einfach nur meine Ruhe haben. Am Liebsten hätte ich meine Wohnung gar nicht mehr verlassen. 
Und dann, eines Tages stellte ich mir die Frage: Wer zwingt dich denn dazu? Wo, um Himmels Willen steht geschrieben, dass du jede freie Minute mit anderen Menschen verbringen musst? Wo steht geschrieben, dass du am "Leben da draußen" aktiv teilnehmen musst? Wo steht geschrieben, dass dein Leben weniger wert ist, wenn du die Konsumtempel der Stadt nicht besuchst, wenn du deinen Kaffee gemütlich zu Hause schlürfst, und deine Batterien auffüllst? 

Bitte nicht falsch verstehen. Ich gehe raus. Ich treffe mich mit Freunden, mit meiner Familie. Ich gehe einkaufen, wenn ich etwas brauche (aber eben nur dann). Aber eben nicht jeden Tag, oder jedes Wochenende. Dafür aber genieße ich die Zeit, die ich mit jenen verbringe, die mir am Herzen liegen.

Ich habe mich zurückgezogen. In mich selbst. Und ich lerne, dass ich alleine zufrieden und glücklich bin. Dass es wenig ist, was ich wirklich brauche. Wolle ist mein Luxus - denn sie ist Werkzeug für mein liebstes Hobby, das Häkeln. Wolle und Hörbücher. Ich Häkle, lasse meine Gedanken ziehen, bin ganz bei mir... und es ist gut so. 

Ich verändere mich. Entschleunige. Lasse Ruhe und Frieden in mein Leben. Und auch, wenn ich nicht in einer einsamen Hütte in einem Wald lebe... so nenne ich mich nun eine Eremitin. Ich selbst bestimme, wen ich in mein Leben lasse. Und in welchem Ausmaß.
Ich bin alleine, aber nicht einsam. 
Ich bin einfach...
 
Bild  von Magickal Graphics